(...) und jedes Bild ist ein Enthüllen

ein neuer, tausendster Versuch,

des Lebens Einheit zu erfüllen (...)

 

                          Hermann Hesse

                           (aus: Sprache)

 

Die Sprache ihrer Bilder entspringt in einem Prozeß durch

Antrieb von Gefühl und Phantasie und meist nur durch die Hände,

die in Farbe tauchen. Der Hautkontakt mit der Farbe ist für das

Bearbeiten der Leinwand zunächst das Wichtigste für sie und sie

schafft durch unterschiedliche Mischtechniken farbintensive und

dynamische Momente, die dennoch nach innengewandte

Atmosphären sichtbar machen. Der emotionale Gestus wird nicht

erst im Bild sichtbar, sondern bereits in der Art, wie sie mit der Farbe

umgeht. Sie legt ihre Leinwände auf den Boden, sie gießt, sprüht,

und tropft das Öl auf das Bild, sie arbeitet mit Spachteln, tupft mit

den Fingern, reibt mit den Handflächen, sie modeliert, lasiert,

verreibt, kratzt weg, sie zerstört und baut auf. Der Umgang mit der

Farbe könnte körperlicher nicht sein. Man braucht ihr nur bei der

Arbeit zuzusehen, um zu wissen, dass sie die Dinge nicht malt, wie

sie sind, sondern wie sie sie fühlt. Jedes Bild enthält auch gekratzte,

kalligraphierte oder gespritzte Schriften, deren Inhalt Geschichten

erzählen, die ein Geheimnis bleiben. Erst durch das geschriebende

Wort wird das Bild zu einer harmonischen Gesamtkomposition.

Der Betrachter wird eingeladen, etwas davon zu erfahren, womit

diese Sprache spricht.